Sophie

Ich absolviere mein Sozialpraktikum im Friedrich-Robbe-Institut, einer Schule für körperlich und geistig behinderte Kinder, in der zweiten Klasse. Meine Aufgabe ist die Assistenz und die Begleitung einzelner Schüler während des Unterrichts, der Mahlzeiten und der Freizeiten, da diese Schüler diese besondere Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchen.

An diesem Tag kam ich um 7:16 Uhr im Klassenzimmer an, wo mich die Assistenzlehrerin freundlich begrüßte. Einige Minuten später kamen auch meine Betreuerin und die Jahrespraktikantin an. Wir besprachen den Tagesablauf und deckten den Frühstückstisch. Daraufhin gingen die Jahrespraktikantin und ich nach draußen, um uns mit den anderen Jahrespraktikanten auszutauschen. Um 7:40 Uhr machten wir uns auf den Weg zu den Schulbussen, um die Kinder in die jeweiligen Klassen zu bringen. An diesem Tag war in meiner Klasse große Aufregung zu spüren, da wir im Laufe des Tages noch eine Aufführung für die Einschulungsfeier vor uns hatten.

8:05 Uhr gingen wir zum täglichen Morgenkreis. Dort sangen und beteten wir bis 8:15 Uhr.

Danach, circa 8:25 Uhr, fingen wir zu frühstücken an. Dies war um 9:21 Uhr beendet. Ich hatte dann für 15 Minuten Pause. In dieser Zeit führte ich meinen Kalender. Nach der Pause ging ich dann wieder in die Klasse. In der Zwischenzeit hatten die Kinder etwas Freizeit zum Spielen, Basteln und Malen.

Um 10:15 Uhr machten wir uns dann direkt auf den Weg hinunter in den Saal, der schon wunderschön geschmückt war. 10:40 Uhr ging die Einschulungsfeier endlich los. Wir sangen gemeinsam und die zukünftige Klassenlehrerin der ersten Klasse erzählte eine Geschichte.

Danach, 10:59 Uhr - 11:20 Uhr, spielten wir unser Windmärchen. Als wir fertig waren klatschten alle und einige Eltern der Einschulungskinder weinten. Dann nahmen wir auch unseren neuen Schüler in Empfang. Wir mussten vorsichtig sein und uns immer ankündigen, da er vollständig blind ist.

Um 12 Uhr fingen wir im Klassenzimmer mit dem rhythmischen Teil an, ein Unterricht, der aus Gesang und Geschichtenerzählung in Begleitung von Instrumenten besteht. Dann holten eine Schülerin und ich das Mittagessen.

Ab 13:15 Uhr gingen wir raus in den Garten und blieben dort bis die Schulbusse kamen und wir die Kinder zu den Bussen brachten (14:25 Uhr).

An dem Tag unterhielt ich mich mit einem Lehrer über meine berufliche Zukunft. Vor diesem Gespräch schwankte ich noch bei meiner Berufswahl, doch danach wusste ich fest, was ich machen möchte. Ich wollte schon immer Lehrerin werden, doch jetzt weiß ich, dass es in die heilpädagogische Richtung gehen wird.

Allerdings hat dieser Beruf auch seine Schattenseiten. Ich habe Angst, wenn ein Schüler einen epileptischen Anfall bekommt und ich nicht weiß, was ich tun muss. Solche Dinge belasten mich auch nach der Arbeitszeit. Außerdem ist dieses Praktikum nicht nur psychisch kräftezehrend, sondern auch physisch. Kinder halten einen ganz schön auf Trab, besonders diese Kinder, die sehr viel Zuneigung und Beachtung benötigen.

Natürlich kann man sich nicht zerteilen und vieles gleichzeitig tun, und so wird es in manchen Situationen sehr stressig. Durch diesen Stress bin ich nach meiner Arbeitszeit völlig fertig und gehe schlafen. Mit diesen Dingen umzugehen, ist für mich eine Herausforderung.