Kamerun Blog

7. Februar 2017

Austauschreise der Oberstufe zum Collège Jean Tabi in Yaoundé Januar/Februar 2017

Vom 16. Januar bis 6. Februar 2017 reisten 10 Schülerinnen und Schüler des 11. bis 13. Jahrgangs zu ihren Gastgeschwistern, die bereits im Juli 2016 in Hamburg waren. 
Dies ist bereits der vierte Austausch zwischen unseren beiden Schulen! Diese Reise wirde gefördert durch den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche (KED) und die Behörde für Schule und Berufsbildung Hamburg. 

Wir wünschen eine interessante Lektüre unserer Reiseberichte!

Ellen Ziel und Heino Schäfer

1. Februar 2017

Welcome to Cameroon again

Wie so oft haben wir uns am Morgen auf dem Schulhof unter dem Baum getroffen. Dort hat jeder erstmal an seinen eigenen Projekten gearbeitet, einige haben Bio gelernt oder ein Buch gelesen. Danach haben wir gemeinsam mit den Lehrern weiter an unseren täglichen Berichten gearbeitet. Zum Mittagessen gab es Nudeln mit Gemüse und Fisch, die Nudeln mit Gemüse waren sehr lecker, aber das Beste war die Ananas zum Nachtisch. Da momentan Trockenzeit in Kamerun ist, sind die Ananas besonders süß. Am liebsten würde ich ganz viele Ananas mit nach Deutschland nehmen.

Anschließend hatten wir ein PASCH-Treffen, an dem auch unsere kamerunischen Austauschschüler teilgenommen haben. PASCH ist die Abkürzung für „Partner: Schulen der Zukunft“, die PASCH Schulen arbeiten mit dem Goethe-Institut zusammen und engagieren sich besonders für die deutsche Sprache. Dafür werden sie besonders gefördert. In Kamerun gibt es fünf PASCH-Schulen – eine davon ist das Collège Jean Tabi. Hier gibt es auch eine PASCH-AG. In dieser Gruppe haben wir den anderen Schülern und Lehrern unser Gedicht vorgetragen, das wir auch am Schulfest „Journée Retour aux sources“ vortragen werden. An diesem Tag feiert das Collège Jean Tabi die kulturelle Vielfalt Kameruns: dies ist ein Land mit über 300 Volksgruppen! Auf dem Fest stellen die SchülerInnen die kulturellen Wurzeln ihrer Volksgruppe mit Musik, Tänzen und Speisen dar.

Erst jetzt erfuhren wir, dass dies schon die Generalprobe sein sollte! Danach klärten wir gemeinsam organisatorische Angelegenheiten, wer welches „typisch deutsche Essen“ für den „Retour aux sources“-Tag kocht und mitbringt. Darauf folgte die Stellprobe. Genauer gesagt probten wir, wie wir als PASCH-Gruppe den Festplatz beim feierlichen Einzug betreten werden.

Da der „Retour aux sources“-Tag ein wichtiger Festtag im Schuljahr ist, wird nichts dem Zufall überlassen! Heute kann man wie auch an vielen anderen Nachmittagen die SchülerInnen nach dem Schulschluss beobachten, wie sie ihre Tänze in verschiedenen Bereichen des weitläufigen Schulhofes mit unterschiedlichen Trommelrhythmen proben. Und jeden Nachmittag mehr steigt die Vorfreude auf den Tag.

Auf dem Nachhauseweg haben meine Gastschwester und ich die Kleider von der Schneiderin abgeholt.

Gegenüber von dem Haus meiner Gastfamilie ist ein kleiner Shop. Der Ladenbesitzer ist total nett und grüßt immer, heute haben wir sogar schon zum zweiten Mal Bananen von ihm geschenkt bekommen und er heißt mich erneut herzlich Willkommen im Kamerun. Ich habe mich total darüber gefreut und die Bananen sind deutlich leckerer als die in Deutschland. Sie haben eben keinen langen Weg hinter sich.  

- Charlotte

30. Januar 2017

Die Gedanken sind frei

Heute hatten wir wieder viel Zeit um an unseren eigenen Projekten zu arbeiten. Nach einem leckeren Mittagessen fingen wir dann mit unseren Proben für den “Retour aux sources”. Wir sangen also so laut wir konnten “Die Gedanken sind frei” und “Andre die das Land so sehr nicht liebten”. Was wir jedoch nicht bedacht haben war, dass zu dem Zeitpunkt gerade Klausuren geschrieben wurden, weshalb wir unsere Gesangsprobe auf den Sportplatz verlagern mussten. Als wir uns endlich auf eine Textverteilung geeinigt haben und wir einigermaßen zufrieden waren, hatten wir die Chance noch Sport zu machen. Die Leute die Sportkleidung mithatten, fingen mit ein paar Schülern - die bereits Schulschluss hatten - Fußball zu spielen, was wenig später von allen begeistert verfolgt wurde. Zu der Begeisterung aller Kamerunischer Schüler, hat die deutsche Mannschaft 4:5 verloren.

- Dörte

29. Januar 2017

Sonntagsmesse in Ebolowa

Nach der Nacht in der bischöflichen Unterkunft haben wir uns um 08:00 Uhr zum Frühstück getroffen. Vorher konnten wir uns noch waschen, die Mädchen mit, die Jungs ohne fließendes Wasser. Danach fuhren wir in unserem Bus und der Bischof im Geländewagen zu einer Messe in einer abgelegenen Kirche. Der Besuch vom Bischof war dort ein ganz besonderer Anlass und er wurde mit viel Respekt empfangen. Das war interessant zu beobachten, vor allem wenn man am Abend vorher noch Witze mit ihm gemacht hat und ihn nach so banalen Dingen wie Wasser zum Spülen der Toiletten gefragt hat. Die Messe war teilweise sehr streng und ritualisiert, aber auch sehr lebhaft, was vor allem an der Musik und dem tollen Chor lag. Insgesamt war es ein starker Kontrast zu den norddeutsch-protestantischen Gottesdiensten die ich kenne, z.B. wurde bei der Kollekte kein Beutel stumm durch die Reihen gereicht, sondern die Leute tanzten Richtung Altar um dort in einen Korb zu spenden. Letztendlich waren die zwei Stunden Messe zwar lang, aber kurzweiliger als zuerst angenommen. Danach wurde der Bischof und damit wir auch, von der Gemeinde zum Mittagessen eingeladen. Nachher stellte sich für uns jedoch heraus, dass dieses Mittagessen ungeplant war und wir danach auf dem Bischofsgelände noch ein zweites Mal Mittagessen bekamen. Nach einer Besichtigung der Kathedrale und des bischöflichen Hauses, welches momentan eine Baustelle ist, verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Rückweg. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an den Bischof Philippe Alain Mbarga, der uns nicht nur Unterkunft und Verpflegung stellte, sondern sich auch viel Zeit für uns nahm um mit uns zu essen und die Dinge zu zeigen.

Nach einer zügigen Rückfahrt waren wir abends schon wieder in Yaoundé. Abends ging ich noch mit meiner Familie (leider ohne meinen Corres Hedvy, er musste für Klausuren am Montag lernen) in das mus limische Viertel „La Briquetterie“ um „Soya“ zu essen. Das sind kleine Fleischstäbchen (ähnlich wir türkisches Kebab in Mini), von denen man zusammen mit gegrillten Kochbananen etwa 15 Stück pro Person isst. Zuerst haben wir bei verschiedenen Ständen probiert und uns dann für den Leckersten entschieden und dem nächtlichen Treiben zugesehen.

Allgemein habe ich das Gefühl, dass das Zusammenleben der verschiedenen Religionen (25% Katholiken, 25% Protestanten, 20% Muslime, Quelle: Auswärtiges Amt) sehr gut klappt. In Nachbarschaft zu unserer Schule befinden sich z.B. sowohl eine katholische Kirche als auch eine Moschee. Teilweise ziehen sich die Menschen in ihre Viertel zurück (Beispiel La Briquetterie), aber laut meiner Gastmutter gibt es auch Hochzeiten zwischen Personen verschiedener Religionsgemeinschaften.

- Simon

26. Januar 2017

Am Anfang war das Nichts

Der heutige Vormittag bestand aus einer Menge Zeit für persönliche Projekte. Die Vorbereitung des Hamburger Abiturs und das Vervollständigen der Tagesberichte beschäftigte uns neben ein paar Kartenspielen und dem ein oder anderen Buch bis zum Mittagessen. Gestern waren wir von einer Gruppe 14 jähriger Jungs zu einem Fuẞballspiel in der großen Pause herausgefordert worden. Deswegen mussten die heutigen Speisen einen Moment auf uns warten. In die frische Sportuniform gehüllt machen wir uns auf zum Sportplatz. Dort angekommen finden wir uns außerstande die Herausforderer wiederzufinden. Nach etwa einer viertel Stunde stellt sich heraus, dass der Sportplatz auf Grund der Vorbereitungen zum Paschtag leider nicht nutzbar ist.

Also zurück zum Mittagessen. Haben wir gewonnen? Klar!

Am Nachmittag sollten ursprünglich ein paar wirklich interessante Workshops stattfinden. Leider werden diese aber spontan auf die nächste Woche verschoben.

Wir schlagen uns also uns noch ein paar Stunden um die Ohren, dann besprechen wir unsere Präsentationsprojekte für den “Rückkehr zu den Wurzeln Tag” vom College Jean Tabi. Wir werden das Gedicht “Ribeck von Ribeck” inszenieren und die Lieder “Die Gedanken sind frei” und “Andre die das Land so sehr nicht liebten” vortragen. Soweit ein guter Plan.

Zuhause spielen wir noch ein paar Runden Basketball auf der Playstation. Es läuft Fußball.

- Jakob!

25. Januar 2017

Joyeux Anniversaire

“Achtung, da kommt er!”

Schnell laufen wir von den Bänken in den Aufenthaltsraum, um den Kuchen auszupacken und uns in Position zu stellen. Als Anjo dann den Raum betritt, stimmen wir in ein fröhliches “Happy Birthday” an. Im Anschluss ans Kuchenessen besprechen wir das Programm für die nächsten Tage und unsere Beiträge für die “Journée Retour aux Sources”. Nach dem Essen, Fisch mit überraschend süßen Kartoffeln und einer Verdauungspause, geht es dann in das “Musée National de Yaoundé”. Das Museum ist in vier Abteilungen unterteilt: Die Galerie, Traditionelle Werkzeuge, Musikinstrumente und Politische Geschichte Kameruns. Das Museum befindet sich im ehemaligen Präsidentenpalast und wurde 1973 zum Museum umfunktioniert. Bevor dieser zum Präsidentenpalast erweitert wurde, war er der Palast des französischen Gouverneurs. Die aus Bronze gefertigten Skulpturen waren sehr beeindruckend; außerdem waren die einzelnen  nach Regionen aufgeführten Traditionen Kameruns äußerst anschaulich präsentiert und detailreich. Für mich geht nun im Anschluss mit den Lehrern zu mir nach Hause in die Gastfamilie, so dass auch diese meine kamerunische Familie kennenlernen konnten. Nach einer kurzen Eidechsenjagd in meinem Zimmer war ich so müde und ging heute schon um halb neun ins Bett.

-Aylin

24. Januar 2017

Marché d'Etoudi

Der Morgen startet damit, dass wir das Goethe Institut in Yaoundé besuchen. Dort werden wir durch eine Bibliothek voller deutschsprachiger Bücher in einen modernen Raum geleitet. Weiße Wände, deutschsprachige Mitarbeiter und eine Klimanlage geben mir das Gefühl wieder in Deutschland gelandet zu sein.  Wir werden von Herren Jung begrüßt, der für den Bereich Information und Bibliothek im Goethe Institut zuständig ist. Ca. eineinhalb Stunden reden wir nach einer kurzen Einleitung zum Goethe-Institut über Kamerun. Alle unsere Fragen werden beantwortet. Ein großes Thema ist z.B., dass viele junge Menschen kaum mehr eine Perspektive in ihrem Land sehen. Sehr viele möchten später in Europa studieren. Deshalb ist das Goethe-Institut eine wichtige Anlaufstelle, um dies zu ermöglichen. Dort können die Schüler Deutsch lernen und am Ende eine Prüfung absolvieren, welche ihnen ermöglicht in Deutschland zu studieren. Auch wenn dies eine Chance ist, ist es für Kamerun natürlich problematisch ihre gut ausgebildete Jugend zu verlieren. Außerdem macht uns Hr. Jung darauf aufmerksam, unser Urteil über die Struktur Kameruns nicht zu schnell zu fällen. Auch wenn vieles aus deutscher Sicht chaotisch scheint, gibt es doch ein System dabei. 

Am Nachmittag geht es mit Herrn Mballa zum Markt in Etoudi, dem Viertel unserer Schule "Collège Jean Tabi". Der Markt ist in einer noch nicht fertigen Markthalle aufgebaut. Ich bin fasziniert davon, dass das Gebäude noch lange nicht fertig gebaut ist, aber trotzdem schon voll und ganz genutzt wird. Man hört die Bauarbeiter an der Außenwand arbeiten, genauso wie die Rufe der Verkäufer.  Von Mèches (Haarverlängerung), Bananenstauden, Schneiderinnen und Stoffen, Haushaltsartikeln und Medizin gibt es dort alles. Schnell komme ich mit den Marktverkäufern in Kontakt, deren Offenheit mich sehr beeindruckt. 

- Djoana

 

23. Januar 2017

Regenzeit!

Montag der 23.01.17 war ein sehr besonderer Tag- in jeder Hinsicht - denn so gegen 8:32 und 10 Sekunden verdunkelt sich plötzlich der Himmel. Wir waren gerade auf dem Weg zu den Autos, die uns ins Quartier Bastos bringen sollten, denn es stand der Besuch des Goethe-Institut an. Plötzlich fing es an zu stürmen, so doll, dass die Blätter von den Bäumen geschüttelt wurden und über uns durch die Luft wirbelten. Wir stiegen schnell in drei große Pickups von Mitarbeitern der Schule, die uns netterweise fuhren. Als wir gerade den Sportplatz der Schule verlassen hatten und auf die überfüllte Straße einbogen, begann es zuerst langsam zu tröpfeln, um sich dann zu einem unbeschreiblichen  Regen zu steigern. Das Gewusel auf den Straßen ließ stark nach, nur noch einzelne Straßenhändler versuchten ihre Sachen wasserdicht zu verpacken und fest zu schnüren. Mir kam es so vor, als wäre der Abend angebrochen. Also fuhren wir durch die verregneten Straßen am Palast des Präsidenten vorbei bis zu unserem Ziel, wo wir unter einem Wellblechdach erstmal auf Herrn Jung, den Leiter der Bibliothek im Goethe-Institut warten sollten. Ich wage zu behaupten, dass mir in dieser Zeit kalt war,  obwohl wir uns gerade in der Trockenzeit befinden. Nachdem wir schon beim Bäcker gegenüber waren, die neuen Haare der Mädchen bestaunt hatten und sogar Tagesberichte in die Tasten gehauen haben, breitete sich langsam eine gewisse Unruhe aus. Nach einer Stunde erfuhren wir, dass wir erst für den nächsten Tag angemeldet waren. Heute hatte Herr Jung leider keine Zeit für uns, da er sich um einen Notfall am Server kümmern musste. Also mussten wir uns wieder zurück zur Schule fahren. Das Goethe-Institut stellte uns einen kleinen Bus zur Verfügung - im Uns- Stapeln haben wir uns schon oft geübt. Zurück in der Schule hörten wir uns eine Präsentation von Luc Mballa an, wie eine Stadt wie Yaoundé  funktioniert. Genauer gesagt ging es um die verschiedenen Bereiche in der kamerunischen Politik und Verwaltung und um die Privatisierung staatlicher Einrichtungen wie z.B. des Stromnetzes. Das war sehr interessant. Wir stellen schnell fest, dass wir Deutschen häufig alles optimieren wollen und hier die Sachen meist so bleiben, wie sie erstmal funktionieren - ein interessanter Gegensatz. Mal sehen wie sich die Erkenntnisse des Vortrags im Alltag der nächsten Woche darstellen. Der restliche Tag lässt sich schnell zusammenfassen: Nach dem Vortrag hatten wir Zeit an unseren eigenen Projekten zu arbeiten und uns fürs Abitur vorzubereiten.

-Anjo

22. Januar 2017

Endlich ausschlafen

Schon seit einer knappen Woche leben wir nun mit unseren Corres in ihrer Heimatstadt Yaoundé zusammen. Der heutige Tag war vorgesehen um Zeit mit unseren Gastfamilien zu verbringen und wir waren frei von Schul- oder Gruppenaktivitäten. Der Sonntag ist der einzige Tag in der Woche, an dem kein Schulunterricht stattfindet. Ich glaube, daher haben es alle genossen länger als an den Schultagen schlafen zu können. Für unseren kamerunischen Gastgeschwister startet der Tag früh unter der Schulwoche und einige stehen schon um 4:30 auf. Viele Menschen im Kameruner sind gläubig und in einigen Familien sind dann alle gemeinsam zur Sonntagsmesse gegangen. Da meine Gastschwester Kenya für die Schule lernen musste, habe ich die Sonne auf dem Balkon genossen und viel gelesen. Am späten Nachmittag haben wir uns noch auf den Weg nach Bastos gemacht. Dort haben wir zwei Freundinnen im Friseursalon besucht, die auch am Austausch teilnehmen. Ich fand es total spannend zu sehen, wie Rastazöpfe (Rastas sind in Kamerun keine Dreadlocks) geflochten werden und die Schulfrisuren der Kamerunerinnen, die Pflicht sind. Die Schulfrisuren halten immer nur eine Woche und müssen daher jeden Sonntag neu geflochten werden.Viele von den Mädchen haben den Sonntag genutzt um sich Rastazöpfe flechten zu lassen. Das kann nämlich eine sehr zeitaufwändige Angelegenheit sein, die bis zu acht Stunden dauern kann. Andere in der Austauschgruppe haben sich  den Zoo angeguckt oder sind nochmal auf den Berg gefahren um den Ausblick über Yaounde zu genießen.

-Charlotte

 

21. Januar 2017

Besuch bei M. Koudjou in Ngousso

Heute konnten einige das erste Mal ein wenig ausschlafen, da unser Programm erst um 9:00 Uhr begann. Um 10.00 Uhr sind wir zu unserem heutigen Programmpunkt gefahren: zu Monsieur Koudjou in Ngousso, wobei einige von uns das erste Mal hinten auf einem Motorrad mitgefahren sind. Das schon ein kleines Abenteuer gewesen ist. Das besondere an Monsieur Koudjou ist, dass er sich komplett selbst versorgt. Dies bedeutet, die Versorgung durch: selbst angebautes Gemüse, Wasser aus einem eigenen Brunnen, eigene Tiere und auch ein selbst angelegter Fischteich. Er hat uns alles ausführlich erklärt, doch als erstes gab es noch ein zweites Frühstück - natürlich alles aus eigenem Anbau! Los ging es dann beim Brunnen, in mit einer Pumpe aus 35 m Tiefe das Wasser gepumt wird und die Familie konstant mit frischem, sauberen Wasser versorgt. Aber anstatt sich nur selbst damit zu versorgen, stellt er das Wasser auch Nachbarn zur Verfügung. Dies ist ein Aspekt, der zur, wie er es selbst nennt, "African Culture" gehört - man sollte Dinge geben, ohne etwas in Gegenleistung zu erwarten. Allgemein ist es ihm sehr wichtig, die "African Culture" beizubehalten und Aspekte der Tradition aufrecht zu erhalten. Wichtig ist ihm auch, dass er so ökologisch wie möglich lebt, dass heißt z.B. dass er eine lange Verwertungskette für das Tierfutter hat, bei der erst die Meerschweinchen etwas zu Essen bekommen, was die nicht aufessen, bekommen die Hasen, danach die Hühner und zuletzt die Schweine, so dass auf keinen fall etwas übrig bleibt. Und wenn einmal etwas weggeschmissen wird, kommt es auf den eigenen Kompost. Weiter ging es danach zu den Tieren, von denen er eine ganze Menge hält: in den Käfigen waren Meerschweinchen, Hasen und Hühner, welche bei ihm auf natürliche Weise aufwachsen. Sie bekommen also keine Wachstumshormone oder Antibiotika und können auch anders als in industrieller Haltung mindestens 6 Monate erwachsen werden. Dafür ist der Käfig vor allem für die Hühner aber sehr knapp bemessen. Des Weiteren hat er noch Schweine, Fische, Enten und Gänse, welche unter anderem dafür verantwortlich sind, durch Schwimmen im Fischteich die Fische mit Sauerstoff zu versorgen. Unsere letzte große Station war dann auch bereits der Fischteich und nach einer etwas längeren Erzählung über dessen Entstehung und die Probleme beim Bau konnten wir, als sie gefüttert wurden auch einen Blick auf die Fische werfen. Einige von uns haben danach auch noch geangelt, ich war ziemlich schlecht darin, aber andere haben ein bis sogar zwei Fische gefangen. M. Koudjou hat auch eigene Heilpflanzen, darunter bekannte wie: Aloe Vera oder Petersilie, aber auch die Stachelannone (frz. Corossolier, Annona muricata) einen Baum, dessen Blätter “10.000” mal stärker gegen Krebs wirken soll als eine Chemotherapie. Über diese hohe Zahl wundert man sich - tatsächlich wurde in Laboruntersuchungen die hohe Wirksamkeit von Fruchtauszügen des Baumes gegen das Zellwachstum von Brustkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs nachgewiesen.

Allgemein kann man zum Grundstück noch sagen, dass es sehr schön und unglaublich idyllisch ist. Dort als Kind aufzuwachsen, muss ein Taum sein. Und wir bedanken uns als ganze Gruppe nochmal bei Mister Koudjou für seine riese Gastfreundschaft. Nach unserer Tour gab es dann nochmal Mittagessen, danach hieß es good bye, und wir fuhren zurück zur Schule. 

-Alex

20. Januar 2017

Deutsch-Kamerunische Geschichte

Heute hielt M. Mkongue Yannick, ein Geschichtslehrer des Collège Jean Tabi einen Vortrag über die Deutsch-Kamerunische Geschichte für uns. Den französischsprachigen Vortrag übersetzte uns uns Herr Schäfer. M. Mkongue erklärte uns, wie 1880 Kamerun eine deutsche Kolonie wurde, obwohl Bismark nicht an Kolonien interessiert war, da ihm zunächst die Konsolidierung des erst neu vereinigten Kaiserreichs ein Anliegen war. Wir erfuhren auch, dass Kamerun nach den Krabben (camerões) benannt wurde, die die Portugiesen am Strand gefunden haben. Außerdem berichtete Herr Mkongue davon, wie Kamerun - nachdem Deutschland den 1. Weltkrieg verloren hat - zwischen England und Frankreich aufgeteilt wurde und wie der Weg in die Unabhängigkeit verlief. Offiziell war Kamerun nicht mehr Kolonie der europäischen Mächste, sondern der Völkerbund (später die UNO) übergaben das Gebiet Großbritannien und Frankreich als Schutzmächte zur Vorbereitung der Unabhängigkeit. Dass Frankreich dennoch sein "Schutzgebiet" als Kolonie wirtschaftlich ausbeutete und auch nach der Unabhängigkeit in ökonomischer Abhängigkeit beließ, führte dazu, dass Frankreich bis heute in Kamerun nicht nur schlecht angesehen, sondern geradezu verhasst ist.

Als unsere Corres mit dem Unterricht fertig waren, haben wir gemeinsam die beiden Schulsysteme verglichen. Anschließend führten wir eine sehr interessante Diskussion darüber, ob zu Erziehungs-Zwecken Gewalt angewendet werden sollte oder nicht. Nach dieser Diskussion fuhren wir alle nach Hause und verbrachten den restlichen Tag in den Gastfamilien.

-Dörte

18. Januar 2017

Tour durch Yaoundé

Heute startete das Programm mit einem Gespräch bei Schwester Anastasie, der Schulleiterin. Sehr freundlich hat sie uns etwas über die Schule erzählt und die Jungs haben sich die Schulsport-Uniform gekauft. Jede Stufe hat ihre eigene Sport-Uniform, die von unseren Jahrgang ist weiß mit dem Schullogo in rot. Danach hat Pierre Ombe, der Englischlehrer, der auch in Hamburg dabei war, uns ausführlich die Verantwortlichen der Schule vorgestellt, vom Finanz-Verantwortlichen über den “teacher of the teachers” bis zu den pädagogischen Leitern der einzelnen Stufen. Am Nachmittag ging es dann mit einem gemieteten Bus auf Stadtrundfahrt, bei der auch die meisten unserer Corres mitkommen konnten. Bei der Busfahrt haben wir gemerkt, warum Yaoundé “city of the seven hills” genannt wird: Es ging viel hoch und runter. Begonnen haben wir beim (Fußball-)Stadion. Für den Bau des Stadions wurde den dort lebenden Menschen das Land weggenommen und sie wurden nie entschädigt. Daran soll es liegen, dass Kamerun in dem Stadion nie ein Finale oder einen Pokal gewinnen konnte (zuletzt bei der Afrika-Meisterschaft der Frauen). Dann fuhren wir zum Hôtel de Ville, dem Rathaus, und gingen von dort zu Fuß weiter: zum Unabhängigkeitsdenkmal, zum Sitz des Ministerpräsidenten, vorbei am Nationalmuseum, der Zentralbank und unzähligen Ministerien. Am Ende kamen wir am Denkmal von Charles Atangana an. Er spielte während der deutschen Kolonialherrschaft als Übersetzer eine sehr wichtige Rolle. Durch einen Trick hat er sich den Deutschen als Anführer der dort lebenden Ewondo präsentiert. Bis dahin hatten die Ewondo keine hierarchische Ordnung mit einem Anführer. Heute wird er von den Kamerunern zwiespältig gesehen, erzählt uns Luc Mballa: Einige sehen ihn als Kollaborateur mit den Deutschen, andere als jemanden, der die Interessen der Ewondo verteidigt hat. Ein Highlight war die Aussicht vom Berg Mont Fébé am Ende der Tour. Von dort hat man einen tollen Blick auf Yaoundé. Am Abend hat noch Kamerun bei der Afrika-Meisterschaftt gegen Guinea-Bissau gespielt und 2:1 gewonnen und steht damit auf Platz 1 in der Gruppe.

-Simon

 

17. Januar 2017

Willkommenszeremonie

Nach einer nicht allzu langen Nacht ging es für uns in die Schule. Uns zu Ehren wurde die Zeremonie, die eigentlich immer montags stattfindet, auf Dienstag verlegt. Das heißt: noch früher aufstehen als sowieso schon! Wir schafften es alle mehr oder weniger pünktlich, um 7:00 Uhr waren wir alle da und um 7:15 Uhr konnte die Zeremonie beginnen. Wir standen vorne bei den Lehrern und und wurden gründlich von einer großen Menge Schülern in Schuluniformen und von der Schule vorgegebenen Frisuren beäugt. Begonnen wurde die Zeremonie mit dem Hissen der Flagge und dem Singen der Nationalhymne. Als nächstes wurde gebetet und dann gab es Vorträge von verschiedenen SchülerInnen. Einiges war sogar auf Englisch und Deutsch, damit wir sie auch verstehen konnten. Sogar die Direktorin, eine Frau die in einer Sekunde super streng und autoritär sein kann und in der anderen dich ermuntert mit ihr durch ihr Büro zu tanzen, hat sich die Mühe gemacht, uns auf Deutsch zu begrüßen. Nach der Zeremonie wurde uns kurz das Schulgelände gezeigt und wir haben beim Sportunterricht zugeschaut. Hier wird Sport draußen auf einem großen Platz gemacht und man kann den Jahrgang der SchülerInnen anhand der Farbe ihrer Sport Uniform erkennen. Während die KamerunerInnen in der prallen Sonne Sport trieben, standen wir im Schatten und sind fast eingegangen vor Hitze. Völlig unverständlich war für uns auch, dass einige SchülerInnen Pullover über ihren Schuluniformen trugen. Als nächstes wurde die Planung der nächsten Tage besprochen und ein paar Aufgaben verteilt. Der erste Schultag hier war extrem interessant. Kamerun ist so anders als Deutschland und egal wie viel man über dieses Land liest oder wie viele Bilder man sieht, haut einen die Realität doch um. Hier sind die Straßen voller Leben, es ist laut und bunt und immer gibt es etwas zu sehen. Wenn man aus dem grauen Hamburg kommt, ist Kamerun eine Farbexplosion. Alles ist von rotem Staub bedeckt und überall wächst etwas. Es gibt Palmen und andere uns unbekannte Pflanzen - und ab und zu kann man Eidechsen entdecken. Aber es gibt auch überraschend viele Elstern und kleine braune Vögel, die auch gut aus Deutschland stammen könnten. Jeder Schritt auf der Straße wirkte für mich wie ein Abenteuer, da ich Angst hatte von einem Motorrad mit 2-5 Passagieren überfahren zu werden. Auf dem Bürgersteig sind Marktstände aufgebaut und auf den Straßen ist so viel Verkehr, dass fast immer Stau herrscht. Und wir sind irgendwo dazwischen...

- Ronja

16. Januar 2017

Hello again.

Hamburg- Yaoundé 16.01.2017 Aufstehen 03:45… Ohne Worte. Duschen, Frühstück - das erste Mal mit Malarone (unserm Mittel zur Malariaprophylaxe). Dieses Ritual wird mich die nächsten Wochen begleiten. Treffpunkt am Flughafen ist 5:00. Eine halbe Stunde später sind alle da und wir können einchecken. Den Flug nach Brüssel verschlafe ich komplett. Von dort geht es in den Flieger nach Yaounde über Douala (die Wirtschaftshauptstadt Kameruns). Im Riesenflieger werden wir üppig mit Speis und Trank versorgt. Wir nähern uns Douala und erhaschen einen ersten Blick auf Kamerun im Sonnenuntergang. Wir sehen flache Hütten, Wald, ein Fluss. Nach der Landung in Douala ist es uns nicht vergönnt den Flieger verlassen zu dürfen… Vor dem neuen Abflug ordnet die Crew das Handgepäck den einzelnen Fluggästen zu. Dies ist wohl eine Sicherheitsmaßnahme um unbeaufsichtigtes Gepäck zu identifizieren. Nach einem kurzen Inlandsflug landen wir im Stockdunklen in Yaoundé. Im Flughafen füllen wir das Einreiseformular aus und zeigen der Grenzpolizei Pass, Visum und Fingerabdrücke. Nach dem Abholen des Gepäcks fragt uns eine freundliche Zollbeamte nach dem Inhalt unser Koffer, wünscht uns dann aber ohne Kontrolle einen schönen Aufenthalt. Wir betreten das erste Mal kamerunischen Boden. Die Gastfamilien erwarten uns auf der Straẞe vor dem Flughafen. Nach einem freudigen Wiedersehen machen wir uns müde auf den Weg zu den Autos. Auf dem Parkplatz reihen sich glänzende Mercedes Karossen an verbeulte gelbe Toyota Corolla, die sich später als die allseits beliebten und zuverlässigen Taxen herausstellen. Durch die belebten Straẞen fahren wir zu unseren Gastfamilien. Die eiskalten leer gefegten Gassen von Hamburg sind schnell vergessen und wir kommen zu Hause an. In dem zweigeschossigen Haus wohnen Kevin und seine beiden Eltern. Das Haus ist zwar schlicht, aber auch gemütlich eingerichtet. Ich habe ein eigenes Zimmer und sogar ein eigenes Bad. Echter Luxus. Sogar W-LAN gibt es für mich. Das ist in Kamerun keinesfalls selbstverständlich. Nach einem kurzen Abendessen, gehen wir alle schnell in die Kojen. Morgen ist Aufstehen hier um 05:30. Heute Abend habe ich noch kein Moskitonetz. Aber das regelt sich sicher in den nächsten Tagen.

- Jakob

21. Juli 2016

Zwei Länder, zwei Kulturen, eine Freundschaft. Besuch unserer kamerunischen Freunde in Deutschland - Juli 2016

Am 01. Juli 2016 begannt das Abenteuer. Zehn Schüler und zwei Lehrer aus Kamerun kamen nach Deutschland, um das Land und die Kultur kennenzulernen und wir konnten es kaum erwarten sie zu begrüßen.

Ihr Flug sollte um 10.45 Uhr ankommen. Leider gab es eine Verspätung von über einer Stunde und wir mussten uns in Geduld üben.

Gemeinsames Vorbereitungsseminar

Aber dann war es endlich so weit! Die Kameruner landeten und wir machten uns direkt auf den Weg nach Rahlstedt, wo wir ein von ENSA geplantes Vorbereitungsseminar besuchen würden. Die ENSA ist ein entwicklungspolitisches Schulaustauschprogramm, das unseren Austausch mit einem Zuschuss und mit Seminarleitern fördert. Unsere Seminarleiter und -leiterin sind Doris Enders und Nenad Cupic, die schon vorweg einen Kennenlerntag bei uns in der Schule organisiert haben.

Schon im Bus nach Rahlstedt wurden angeregte Gespräche geführt. Die Sprachbarriere existiert zwar, ist aber kein zu großes Hindernis um sich kennenzulernen.
In Rahlstedt angekommen wurden wir von Doris und Nenad herzlich begrüßt und kurze Zeit später gab es auch etwas zu essen. Da für viele der Kameruner die Soße mit den Krabben nicht ganz geheuer war, griffen sie auf das vegetarische Essen zurück.

In dem Seminar ging es darum, wie schwierig Kommunikation sein kann, was für Bilder wir von Kamerun und Deutschland jeweils hatten und um “the danger of the single story“, also die Gefahr nur einseitige Geschichten von Menschen und Ländern zu kennen. Wir haben lange darüber gesprochen, dass viele Geschichten mit zweitens und nicht mit erstens beginnen und so die Vorgeschichte und damit viele Beweggründe, weglassen werden.

Am Abend war immer noch Zeit sich besser kennenzulernen und gemeinsame Interessen zu finden.

Am Sonntag war es dann Zeit für die Rückfahrt und endlich konnten die Kameruner sehen, wo und mit wem sie die nächsten drei Wochen leben würden.

Projektprogramm

Für die nächsten zwei Tage waren Schulbesuche geplant. So gut wie möglich versuchten wir den Kamerunern unsere Schule und unser Schulsystem zu erklären. Für Sie war das alles sehr seltsam, da das College Jean Tabi eine sehr klassische und strenge Schule ist.

Am Dienstag spielten wir außerdem mit einem Sportkurs Hockey im Stadtpark

.

Am nächsten Tag machten wir eine selbst organisierte Stadttour des Geographiekurses. Wir zeigten ihnen die vielen verschiedenen Seiten Hamburgs. Das Wetter spielte leider nicht mit und es regnete, war windig und kalt. Viele der Kameruner froren, da sie überhaupt nicht an das Hamburger Wetter gewöhnt waren.

Trotzdem besuchten wir das Rathaus, den Michel, die Kramer Amtsstuben, die Zitronenjette und so ziemlich jede andere Sehenswürdigkeit die Hamburg zu bieten hat. Einen Kulturschock gab es auf der Reeperbahn und ein schnelles Mittagessen bei McDonalds.

Die Hafenrundfahrt war nicht so beliebt wie wir uns das vorgestellt haben, da es auf dem Schiff noch windiger und nasser war als auf dem Land und sowieso schon alle froren.

Nach der Stadttour gingen noch einige in ein Restaurant, um mit einer der Kamerunerinnen Ramadan zu feiern.

Am nächsten Tag ging es in die Uni. Vom Philosophenturm aus hatten wir einen fantastischen Blick über Hamburg. Wir erfuhren einiges über die Kolonialgeschichte und über die Deportationen am Dammtorbahnhof in der Zeit des Nationalsozialismus. Anschließend erkundeten wir weiter die Universität, wo dann einige von uns in einem Café die Müdigkeit mit Kaffee zu bekämpfen versuchten.

Am Nachmittag gab uns Frau Bremehr auf dem Schulhof Anregungen zu unserem kreativen gemeinsamen Projekt mit dem Schwerpunkt: Tanz. Anschließend traf sich die kamerunische und die deutsche Gruppe alleine und mit Hilfe von Studentenfutter und Haribos wurden die gemeinsamen Erfahrungen mit der jeweiligen anderen Gruppe der letzten Woche ausgetauscht.

Am Freitag arbeiteten wir an unserem Kunstprojekt und sahen eine Präsentation des internationalen Profils. Die Präsentationen waren auf deutsch und daher sehr schwer für die Kameruner zu verstehen.

Freizeit

Am Abend trafen wir uns nochmal um ins Kino zu gehen. Zusammen schauten wir uns „Jurassic Park“ auf englisch an.

Auch am Wochenende machten wir viel zusammen. Beispielsweise gingen einige von uns auf den Flohmarkt, was für die Kameruner etwas ganz Neues war. Ein paar der Mädchen gingen auch auf ein Festival, was sehr gut ankam, da man in Kamerun unglaublich gerne tanzt.

Am Sonntag machten wir einen Strandtag. Das Wetter war gut und so konnten wir den Tag am Elbstrand verbringen, Musik hören und Fußball spielen.

Hamburg-Programm

Eine Führung durchs Rathaus war am Montag geplant. Unser wunderschönes Rathaus beeindruckte alle und auch die fantastischen Sprachkenntnisse und das große Wissen der Rathausführung erntete Bewunderung.

Am nächsten Tag gab es eine Dosis Kultur. In der Hamburger Kunsthalle bewunderten wir unter anderem die Kunstwerke von Édouard Manet. Es war interessant zu sehen wie die Kameruner auf die Ausstellung reagierten, da die meisten von ihnen noch nie in einer solchen Kunstausstellung gewesen waren.

Nach dem Besuch der Kunsthalle hatten wir großen Spaß daran, einige Bilder Manets nachzustellen.

Am Abend nahmen wir an der Mitgliederversammlung unseres Partnerschaftsvereins NetzWIRkung teil, berichteten über unseren Austausch und trafen auch die kamerunischen LehrerInnen, die sich gleichzeitig in Hamburg anlässlich einer Bildungsfahrt im Landesinstitut befanden. Dieser Abend klang gemütlich beim gemeinsamen Grillen aus.

Besuch in Berlin

Am Donnerstagmorgen machten wir uns auf den Weg nach Berlin. Wir zeigten den Kamerunern unsere Hauptstadt und liefen so ziemlich durch ganz Berlin. Leider war es extrem kalt!

Immerhin hatten wir Zeit um Geschenke für die Familien in Kamerun zu kaufen.

Am Freitag besuchten wir den Reichstag. Leider war der Vortrag im Reichstag auf Deutsch und viel zu schnell, als dass wir ihn übersetzen konnten. Am Abend ging es dann wieder völlig erschöpft nach Hamburg.

Letztes Wochenende

Das nächste Wochenende war das letzte, dass wir mit den Kamerunern haben würden. Deswegen genossen alle ihr Wochenende hauptsächlich mit ihren deutschen Familien. Sonntagabend gingen einige von uns zum Abiball. Die Kameruner freuten sich sehr, da viele von ihnen gerne auf Partys gingen.

Am Montag präsentierten wir in der Oberstufe unser Projekt. Und am Dienstag wurde hauptsächlich gepackt. Abends trafen wir uns alle nochmal mit den Familien im Stadtpark um zu grillen und uns zu verabschieden, denn am Mittwoch um fünf Uhr morgens ging es für die Hälfte der Gruppe zurück nach Kamerun.

Ein schwerer Abschied, aber immerhin wussten wir, dass wir uns bald wiedersehen würden.

- Ronja Kroll