Deutsch-Kamerunische Geschichte

Heute hielt M. Mkongue Yannick, ein Geschichtslehrer des Collège Jean Tabi einen Vortrag über die Deutsch-Kamerunische Geschichte für uns. Den französischsprachigen Vortrag übersetzte uns uns Herr Schäfer. M. Mkongue erklärte uns, wie 1880 Kamerun eine deutsche Kolonie wurde, obwohl Bismark nicht an Kolonien interessiert war, da ihm zunächst die Konsolidierung des erst neu vereinigten Kaiserreichs ein Anliegen war. Wir erfuhren auch, dass Kamerun nach den Krabben (camerões) benannt wurde, die die Portugiesen am Strand gefunden haben. Außerdem berichtete Herr Mkongue davon, wie Kamerun - nachdem Deutschland den 1. Weltkrieg verloren hat - zwischen England und Frankreich aufgeteilt wurde und wie der Weg in die Unabhängigkeit verlief. Offiziell war Kamerun nicht mehr Kolonie der europäischen Mächste, sondern der Völkerbund (später die UNO) übergaben das Gebiet Großbritannien und Frankreich als Schutzmächte zur Vorbereitung der Unabhängigkeit. Dass Frankreich dennoch sein "Schutzgebiet" als Kolonie wirtschaftlich ausbeutete und auch nach der Unabhängigkeit in ökonomischer Abhängigkeit beließ, führte dazu, dass Frankreich bis heute in Kamerun nicht nur schlecht angesehen, sondern geradezu verhasst ist.

Als unsere Corres mit dem Unterricht fertig waren, haben wir gemeinsam die beiden Schulsysteme verglichen. Anschließend führten wir eine sehr interessante Diskussion darüber, ob zu Erziehungs-Zwecken Gewalt angewendet werden sollte oder nicht. Nach dieser Diskussion fuhren wir alle nach Hause und verbrachten den restlichen Tag in den Gastfamilien.

-Dörte

Tag: 
Freitag, 20. Januar 2017