Regenzeit!

Montag der 23.01.17 war ein sehr besonderer Tag- in jeder Hinsicht - denn so gegen 8:32 und 10 Sekunden verdunkelt sich plötzlich der Himmel. Wir waren gerade auf dem Weg zu den Autos, die uns ins Quartier Bastos bringen sollten, denn es stand der Besuch des Goethe-Institut an. Plötzlich fing es an zu stürmen, so doll, dass die Blätter von den Bäumen geschüttelt wurden und über uns durch die Luft wirbelten. Wir stiegen schnell in drei große Pickups von Mitarbeitern der Schule, die uns netterweise fuhren. Als wir gerade den Sportplatz der Schule verlassen hatten und auf die überfüllte Straße einbogen, begann es zuerst langsam zu tröpfeln, um sich dann zu einem unbeschreiblichen  Regen zu steigern. Das Gewusel auf den Straßen ließ stark nach, nur noch einzelne Straßenhändler versuchten ihre Sachen wasserdicht zu verpacken und fest zu schnüren. Mir kam es so vor, als wäre der Abend angebrochen. Also fuhren wir durch die verregneten Straßen am Palast des Präsidenten vorbei bis zu unserem Ziel, wo wir unter einem Wellblechdach erstmal auf Herrn Jung, den Leiter der Bibliothek im Goethe-Institut warten sollten. Ich wage zu behaupten, dass mir in dieser Zeit kalt war,  obwohl wir uns gerade in der Trockenzeit befinden. Nachdem wir schon beim Bäcker gegenüber waren, die neuen Haare der Mädchen bestaunt hatten und sogar Tagesberichte in die Tasten gehauen haben, breitete sich langsam eine gewisse Unruhe aus. Nach einer Stunde erfuhren wir, dass wir erst für den nächsten Tag angemeldet waren. Heute hatte Herr Jung leider keine Zeit für uns, da er sich um einen Notfall am Server kümmern musste. Also mussten wir uns wieder zurück zur Schule fahren. Das Goethe-Institut stellte uns einen kleinen Bus zur Verfügung - im Uns- Stapeln haben wir uns schon oft geübt. Zurück in der Schule hörten wir uns eine Präsentation von Luc Mballa an, wie eine Stadt wie Yaoundé  funktioniert. Genauer gesagt ging es um die verschiedenen Bereiche in der kamerunischen Politik und Verwaltung und um die Privatisierung staatlicher Einrichtungen wie z.B. des Stromnetzes. Das war sehr interessant. Wir stellen schnell fest, dass wir Deutschen häufig alles optimieren wollen und hier die Sachen meist so bleiben, wie sie erstmal funktionieren - ein interessanter Gegensatz. Mal sehen wie sich die Erkenntnisse des Vortrags im Alltag der nächsten Woche darstellen. Der restliche Tag lässt sich schnell zusammenfassen: Nach dem Vortrag hatten wir Zeit an unseren eigenen Projekten zu arbeiten und uns fürs Abitur vorzubereiten.

-Anjo

Tag: 
Montag, 23. Januar 2017