Sonntagsmesse in Ebolowa

Nach der Nacht in der bischöflichen Unterkunft haben wir uns um 08:00 Uhr zum Frühstück getroffen. Vorher konnten wir uns noch waschen, die Mädchen mit, die Jungs ohne fließendes Wasser. Danach fuhren wir in unserem Bus und der Bischof im Geländewagen zu einer Messe in einer abgelegenen Kirche. Der Besuch vom Bischof war dort ein ganz besonderer Anlass und er wurde mit viel Respekt empfangen. Das war interessant zu beobachten, vor allem wenn man am Abend vorher noch Witze mit ihm gemacht hat und ihn nach so banalen Dingen wie Wasser zum Spülen der Toiletten gefragt hat. Die Messe war teilweise sehr streng und ritualisiert, aber auch sehr lebhaft, was vor allem an der Musik und dem tollen Chor lag. Insgesamt war es ein starker Kontrast zu den norddeutsch-protestantischen Gottesdiensten die ich kenne, z.B. wurde bei der Kollekte kein Beutel stumm durch die Reihen gereicht, sondern die Leute tanzten Richtung Altar um dort in einen Korb zu spenden. Letztendlich waren die zwei Stunden Messe zwar lang, aber kurzweiliger als zuerst angenommen. Danach wurde der Bischof und damit wir auch, von der Gemeinde zum Mittagessen eingeladen. Nachher stellte sich für uns jedoch heraus, dass dieses Mittagessen ungeplant war und wir danach auf dem Bischofsgelände noch ein zweites Mal Mittagessen bekamen. Nach einer Besichtigung der Kathedrale und des bischöflichen Hauses, welches momentan eine Baustelle ist, verabschiedeten wir uns und machten uns auf den Rückweg. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an den Bischof Philippe Alain Mbarga, der uns nicht nur Unterkunft und Verpflegung stellte, sondern sich auch viel Zeit für uns nahm um mit uns zu essen und die Dinge zu zeigen.

Nach einer zügigen Rückfahrt waren wir abends schon wieder in Yaoundé. Abends ging ich noch mit meiner Familie (leider ohne meinen Corres Hedvy, er musste für Klausuren am Montag lernen) in das mus limische Viertel „La Briquetterie“ um „Soya“ zu essen. Das sind kleine Fleischstäbchen (ähnlich wir türkisches Kebab in Mini), von denen man zusammen mit gegrillten Kochbananen etwa 15 Stück pro Person isst. Zuerst haben wir bei verschiedenen Ständen probiert und uns dann für den Leckersten entschieden und dem nächtlichen Treiben zugesehen.

Allgemein habe ich das Gefühl, dass das Zusammenleben der verschiedenen Religionen (25% Katholiken, 25% Protestanten, 20% Muslime, Quelle: Auswärtiges Amt) sehr gut klappt. In Nachbarschaft zu unserer Schule befinden sich z.B. sowohl eine katholische Kirche als auch eine Moschee. Teilweise ziehen sich die Menschen in ihre Viertel zurück (Beispiel La Briquetterie), aber laut meiner Gastmutter gibt es auch Hochzeiten zwischen Personen verschiedener Religionsgemeinschaften.

- Simon

Tag: 
Sonntag, 29. Januar 2017