Willkommenszeremonie

Nach einer nicht allzu langen Nacht ging es für uns in die Schule. Uns zu Ehren wurde die Zeremonie, die eigentlich immer montags stattfindet, auf Dienstag verlegt. Das heißt: noch früher aufstehen als sowieso schon! Wir schafften es alle mehr oder weniger pünktlich, um 7:00 Uhr waren wir alle da und um 7:15 Uhr konnte die Zeremonie beginnen. Wir standen vorne bei den Lehrern und und wurden gründlich von einer großen Menge Schülern in Schuluniformen und von der Schule vorgegebenen Frisuren beäugt. Begonnen wurde die Zeremonie mit dem Hissen der Flagge und dem Singen der Nationalhymne. Als nächstes wurde gebetet und dann gab es Vorträge von verschiedenen SchülerInnen. Einiges war sogar auf Englisch und Deutsch, damit wir sie auch verstehen konnten. Sogar die Direktorin, eine Frau die in einer Sekunde super streng und autoritär sein kann und in der anderen dich ermuntert mit ihr durch ihr Büro zu tanzen, hat sich die Mühe gemacht, uns auf Deutsch zu begrüßen. Nach der Zeremonie wurde uns kurz das Schulgelände gezeigt und wir haben beim Sportunterricht zugeschaut. Hier wird Sport draußen auf einem großen Platz gemacht und man kann den Jahrgang der SchülerInnen anhand der Farbe ihrer Sport Uniform erkennen. Während die KamerunerInnen in der prallen Sonne Sport trieben, standen wir im Schatten und sind fast eingegangen vor Hitze. Völlig unverständlich war für uns auch, dass einige SchülerInnen Pullover über ihren Schuluniformen trugen. Als nächstes wurde die Planung der nächsten Tage besprochen und ein paar Aufgaben verteilt. Der erste Schultag hier war extrem interessant. Kamerun ist so anders als Deutschland und egal wie viel man über dieses Land liest oder wie viele Bilder man sieht, haut einen die Realität doch um. Hier sind die Straßen voller Leben, es ist laut und bunt und immer gibt es etwas zu sehen. Wenn man aus dem grauen Hamburg kommt, ist Kamerun eine Farbexplosion. Alles ist von rotem Staub bedeckt und überall wächst etwas. Es gibt Palmen und andere uns unbekannte Pflanzen - und ab und zu kann man Eidechsen entdecken. Aber es gibt auch überraschend viele Elstern und kleine braune Vögel, die auch gut aus Deutschland stammen könnten. Jeder Schritt auf der Straße wirkte für mich wie ein Abenteuer, da ich Angst hatte von einem Motorrad mit 2-5 Passagieren überfahren zu werden. Auf dem Bürgersteig sind Marktstände aufgebaut und auf den Straßen ist so viel Verkehr, dass fast immer Stau herrscht. Und wir sind irgendwo dazwischen...

- Ronja

Tag: 
Dienstag, 17. Januar 2017