Into the Wild - Tag 13

Es ist Mittag, keine Wolken am Himmel, gefühlte 25°C, ein leichter Rauchschwaden vom Feuer in der Nase, Bachplätschern im Hintergrund und kein Schüler weit und breit. Wir lagern mittig in einem weiten Tal mit traumhaftem Panoramablick auf die umliegenden Berge.

Heute morgen schallte der altbekannte Weckruf ins Betreuertarp, dieses Mal allerdings von Luis ausgestoßen. Sehr schnell ist Morgenroutine zu beobachten: Die Küchengruppe, heute Mila, Leonie und Katharina, bereitet in den beiden Töpfen Müsli und Milch zu, die Kids krabbeln nach und nach aus ihren Zelten und versammeln sich an der Feuerstelle. Jessika L. hat heute Geburtstag und wurde mit Ständchen geweckt. Ihr Geschenk kam uns leider nächtens abhanden, mit einer Karte von Finndalen und ihrem fünfköpfigen Suchtrupp, war Schokolade und Brief noch vormittags aus der Krone des alten Baumes geborgen.

Nach dem Waschen erläuterten wir Lehrer einen der Höhepunkte der herausforderung: Das Solo. Dazu suchen sich alle SchülerInnen mit Isomatte, Trinkflasche und Müsliriegel ausgerüstet einen Ort, an dem sie niemanden hören oder sehen. Dort bleiben sie, solange sie es aushalten und kehren spätestens zum Abendessen zurück. Daher gerade die große Ruhe im Lager. Die nutzen wir um das Geburtstagsquiz für Mila für morgen vorzubereiten. Nebenbei schneiden wir Zwiebeln, sammeln Feuerholz und rätseln, wann wer sein Solo beendet.

Nach vier Stunden pfeifen wir ab und das Lager füllt sich wieder. Abendessen, Erzählrunde vom Solo, Planung des morgigen Tages, Grußworte zu Eltern und den Tag am Feuer ausklingen lassen. Der Mond scheint, Nebel zieht auf, es wird kalt.

Philip Bumiller