Biohof Gut Gallin (Emma und Lilly)

Hey,

wir sind sind's wieder, Lilly und Emma vom Bio Hof Gut Gallin.

Letzte Woche am 14.8.2019 sind die Babyenten gekommen. Sie sind sooo niedlich und sie werden von Tag zu Tag zutraulicher (Sie hüpfen uns auf den Schoß und laufen uns hinterher). Den meisten haben wir schon Namen gegeben :D

Die anderen beiden Tage waren ohne besondere Ereignisse (Tische wischen, Kellnern, Fleisch verpacken und Füttern). Nach der ersten Woche stand erstmal Wochenende an. Das hört sich nicht so schlecht an (Ausschlafen!!!)

Aber leider ist es so, dass wir erstens mitten im Mini-Dorf sind, mit nur einer Bäckerei, die um 11:00 schliesst und weit und breit nichts anderes ist außer Wiese, Wald und eine sehr lange Straße. Was dafür sprich, dass es hier leicht langweilig werden kann und zweitens hatten wir vergessen uns am Freitag aus dem Hofladen etwas zu Essen und Trinken mitzunehmen. Also mussten wir wohl oder übel einkaufen gehen. Was leider nicht so einfach ist wie Zuhause, wo der Supermarkt gerade mal 10 min entfernt liegt (wenn überhaupt), denn hier ist der Supermarkt 3 Stunden entfernt. 

Uns war eh langweilig und wir dachten das 3 Stunden mit dem Fahrrad ja nicht so schlimm sein können. Also schnappten wir uns unsere Sachen und fuhren los. Was wir unterschätzt hatten war, dass wir nicht schöne gerade Strecken fuhren, sondern immer schön Berg auf.

Am Anfang fanden wir es nicht so schlimm, weil wir ja auch dachten, dass es ja nach so viel Bergauf gleich wieder bergab gehen musste, aber leider blieb das nur unser Wunsch und nach 2 Stunden kippte die Stimmung. Zu allem Überfluss fing es dann auch noch an zu regnen. Ich glaube als wir den Supermarkt irgendwann sahen, waren wir noch nie zuvor so glücklich einen Supermarkt zusehen. 

Nach dem Einkaufen ging die ganze Tour natürlich wieder zurück. Nach ein paar Bergen und Ecken die wir wieder erkannten fragte ich irgendwann:  "Sag mal erkennt du das hier wieder?" Drauf antwortete sie ,,Nein ich erkenne schon seit einer Weile nichts mehr wieder " Also hatten wir uns jetzt auch noch verfahren und das seit ca 5 km. Wir schalteten Google Maps ein, da wir schauen wollten, wo wir an der eigentlichen Strecke vorbei gefahren sind. Zum Glück sind wir nicht so falsch gefahren und konnten auch den Weg nehmen, den wir gerade fuhren. Die Strecke war beides: Besser und schlimmer als die Strecke hin. Besser, weil es diesmal eine schöne gerade Strecke war und schlimmer weil es eine Schnellstraße war mit sehr vielen Autos und unter anderem auch LKWs. Wir fuhren sehr vorsichtig den wenn wir jetzt ausrutschen und hinfielen, wären wir vermutlich von einem Lkw zu Brei gefahren worden. Langsam wurde es auch noch dunkel, so dass uns jetzt die Autos immer schlechter sahen. Nach drei Stunden sahen wir endlich die Wohnung. Wir packten dann noch unseren Einkauf aus und der Samstag war beendet. Am Sonntag haben wir ausgeschlafen und sonst nichts Spektakuläres gemacht. 

Am Montag den 19.8.2019 ging es wieder früh raus und nach dem Frühstück teilte uns die Chefin mit, dass gleich neue Ferkel kommen. Bevor sie einzogen, machten wir noch schnell alles fertig und warteten auf die Kleinen. Nach einer halben Stunde kam dann der Ferkellieferant und wir halfen ihm beim Ausladen der Ferkel. Diese waren sehr niedlich und wir gaben ihnen sofort Namen.

Am selben Tag kam noch ein Schweinelieferant der brachte noch zwei Schweine. Wir dachten, die kommen auch in den Schweinestall, aber leider war das nicht der Fall. Auf dem Hof werden alle Tiere, die sie zum schlachten brauchen auch vor ort geschlachtet und ab und zu kommen auch Tiere von anderen Orten her damit sie geschlachtet werden. Also standen die zwei Schweine in dem Hänger und wir haben ihnen gleich  Namen gegeben.Da wir ein Schild streichen sollten, gingen wir wider in die Scheune. Nach ca 15 min wollten wir neue Farbe holen, da unsere leer war und wir gingen wieder über den Hof. Dort sahen wir wie die Schweine gerade in die Station zum Schlachten gescheucht wurden. Wir standen dort einen Augenblick, um zu sehen ob es wirklich die beiden Schweine sind, die gerade im Hänger standen, aber leider waren sie es. Wir hörten noch ein leisen Knall und wir beide wussten, dass die Schweine gerade gestorben waren. 

Als wir fertig mit den Maler-Arbeit waren, sind wir zurück in die Küche gegangen und sahen das der Schweineeimer voll war (der Eimer zum füttern der Schweine). Also nahmen wir uns den Eimer und gingen in Richtung Stall, wir fragten uns gerade ob es dem Bullen Harry (so haben wir ihn getauft) gut ging, aber dann sahen wir entsetzt, dass ein Trecker mit dem Schlachtanhänger nah an Harrys Stalltür fuhr. Wir dachten uns:  ,,Bitte lasst es nicht Harry sein!", doch leider war es so. 

Die Männer stiegen aus, machten Harrys Tür auf, ließen ihn einsteigen und fuhren in Richtung Schlachtraum. Wir ließen den Eimer erstmal stehen und gingen hinterher. Die Schlachtraumtür auf und die Anhängertür geöffnet, lotsten sie Harry in seine Endstation. Es ging alles sehr schnell. Wieder ein leiser Knall und darauf ein Rumms des fallenden Harrys. Dieser Moment ist schwer in Worte zu fassen. Wir wussten ja, dass er demnächst dran sein würde, aber irgendwie ging das dann doch alles so schnell. Wir trauerten noch ein paar Minuten vor Ort und fütterten anschließend die Schweine.

Nach dem langen Tag fuhren wir wieder zur Wohnung und erholten uns.

Viele Grüße aus Gallin 

Lilly und Emma ;)