Nathalie

Mein erster Gedanke war, was soll an einem Sozialpraktikum eine Herausforderung sein. Aber dann habe ich einen Praktikumsplatz in einem Altersheim bekommen. Ich hätte mir nie vorstellen, können dort freiwillig ein Praktikum zu machen, weil ich so einen großen Respekt vor diesem Beruf habe. Jetzt habe ich die Hälfte meines Praktikums gemeistert und weiß, was jetzt die Herausforderung ist.

Es gab Höhen und Tiefen. Ein Beispiel war, als ich in der Demenzstation war. Es ist so traurig, dass die Leute nichts mehr wissen. Mir hat eine Pflegerin sehr gut an einem Beispiel erklärt, wie die Krankheit bei den Patienten verläuft. Es ist wie ein riesiges Bücheregal und Tag für Tag verschwinden immer einige Bücher mehr und irgendwann ist das Regal leer. Es ist schwer damit umzugehen, weil man als Praktikantin nicht weiß, was man machen soll. Aber mit der Zeit lernt man damit umzugehen.

Was ich persönlich sehr emotional fand: Eine Woche bevor ich meinen ersten Tag im Altersheim hatte, war eine Bewohnerin gestorben. Die Kinder der Bewohnerin kamen an meinem dritten Praktikumstag und erzählten, was für eine tolle, selbstbewusste und starke Frau ihre Mutter war und wie stolz sie auf ihre Mutter sind. Sie sagten, dass sie immer ein Platz in ihren Herzen hat. Sie ist 98 Jahre alt geworden und ich finde, dass man stolz darauf sein kann.

Ich bin besonders stolz auf mich, da ich jede Aufgabe gemacht habe, ohne zu sagen: Ich kann das nicht. Ich hatte am meisten Respekt davor die Bewohner zu füttern oder dass die Bewohner mich nicht mögen. Aber ich habe eine Bewohnerin gefüttert und obwohl ich Angst davor hatte, habe ich es geschafft. Ich war in diesem Moment sehr stolz auf mich. Auch die Angst davor, dass mich die Bewohner nicht mögen wurde mir genommen, da mich die Bewohner schon nach einigen Tagen von sich aus um Hilfe baten.

Bis jetzt habe ich von dieser Herausforderung gelernt, dass man bei manchen Dingen über seine Grenzen gehen muss, um seine Ängste zu überwinden.