Tag 15 - Angekommen

Wir sind noch in Finndahlen. Es fühlt sich sehr vertraut an. Die Gruppe ist wirklich, wirklich super. Ich sitze etwa 100m entfernt von unserem Lager und beobachte, wie sich alle nach und nach ums Feuer sammeln. Irgendwer hat es angemacht. Nun steht der große Topf drauf. Einige schneiden die letzten Zwiebeln, andere kuscheln, irgendwer legt Holz nach. Alles ohne Ansagen. Selbstständig. In gelöster Stimmung. Mal schallt ein Ruf herüber, mal ein Lachen. Natürlich ist es auch das Wetter, das uns seit Tagen verwöhnt. Es ist aber noch mehr. Sie sind hier draußen angekommen. Sie haben kräftezehrende Wanderungen, endlosen Regen, Heimweh, Schmutz, Kälte, Nässe hinter sich. Und sie kommen gerade aus ihrem 24-Stunden-Solo. Dort haben sie von gestern Mittag bis heute Mittag Zeit mit sich selber verbracht. Einige näher dran, einige sehr weit weg. Einige im Zelt, andere nur unter einer aufgespannten Rettungsdecke. 24 Stunden schweigend. Alleine. Irgendwo draußen. Wirklich kein Pathos: Sie hatte eine Ruhe und Selbstverständlichkeit, als sie über drei Stunden verteilt, dann wieder durch das Schweigetor ins Lager zurückkehrten. Die ist immer noch greifbar.

Wir Betreuer*innen ziehen uns Stück für Stück zurück und erfreuen uns, wie nun alles einfach so läuft. Tolle Gruppe! Gerne noch drei weitere Wochen!

Ich habe keine Zeit mehr. Essen ist fertig. Danach werden wir das Solo auswerten. Ich bin gespannt.

Grüße nach Hamburg!

Philip Bumiller

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