Ein Tag mit kamerunischen Traditionen in einer Chefferie

Unser gemeinsamer Tag begann heute schon um 7 Uhr mit einem Treffen an der Schule, da wir uns auf den zweistündigen Weg in die Chefferie de troisième degré des Dorfes Guientsing 2 machen wollten. Unsere Abfahrt verzögerte sich jedoch dadurch, dass wir erst eine Stunde später vollständig waren. Auf der Fahrt schliefen sehr viele, weil die Nacht für sie zu kurz war. Bei der Ankunft in der Chefferie wurden wir mit Trommelmusik herzlich willkommen geheißen. Wir nahmen dann auf Stühlen Platz und wurden offiziell durch den Chef (Dorfoberhaupt) begrüßt, welcher uns kurz darauf die Gräber seiner Vorgänger zeigte und sowohl die Fußball- und Musikgruppen des Dorfes als auch den Dorfkunsthandwerker vorstellte. Es gab auch einige Stände, an denen uns etwas zum Kakaoanbau, Palmwein und typischen Köstlichkeiten erzählt wurde. Wir konnten auch immer etwas probieren (Kakaobohnen, Beignets, Palmwein...). Am besten haben uns die Beignets aus Maniok und Jamswurzel geschmeckt. Die Kakaobohnen waren von außen sehr schleimig und schmeckten etwas bitter. Danach wurde zu traditioneller Musik getanzt, wobei dann sowohl einige deutsche als auch einige kamerunische Schüler/innen mittanzten. Der nächste Programmpunkt war eine kurze Zusammenfassung der Geschichte des Dorfes, auf welche eine Besichtigungstour der Kakaoplantage und der Schule folgte.

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Von der Schule fuhren wir mit dem Bus zurück zum Hauptgebäude. Das Besondere hierbei war, dass eine Handvoll Schüler/innen während der Fahrt, auf dem Dachgestell des Busses saßen. Am Hauptgebäude wieder angekommen gab es ein vielfältiges Essen bestehend aus Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse und Wurzeln. Nach dem Essen wurden die deutschen Lehrerinnen feierlich vom Chef zu Ehrenbotschafterinnen des Dorfes ernannt und das Dorf schenkte uns verschiedene Früchte. Wir schenkten dem Dorf ein T-shirt des Collège Jean Tabi und mehrere Flaschen Wein. Anschließend machten wir mit dem Bus noch einen Zwischenstopp auf dem Weg zum Fußballplatz, auf dem kurz darauf das Finale regionaler Mannschaften angepfiffen werden sollte, bevor wir uns dann auf den Heimweg machten. Auf dieser kleinen Zwischenetappe saßen wieder so viele wie Platz hatten auf dem Dach. Auf dem langen Rückweg hielten wir spontan noch kurz bei Verwandten von Angela, bei denen wir Bananen, Mandarinen, Bier und Softdrinks als Stärkung bekommen haben - die kamerunische Gastfreundschaft ist überwältigend! Das muss man einfach selbst erfahren haben und begleitet uns heute besonders. Nach der Pause ging die Fahrt zu den Gastfamilien zu Ende.
Nach diesem sehr aufregenden Tag sind wir alle müde und reich an neuen Erlebnissen in unsere Betten gefallen.

Juliana, Justus und Nala

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Tag: 
Freitag, 31. August 2018